Augen auf und durch

Durch das verhängen des Kriegsrechts in den vier illegal annektierten Gebieten in der Ostukraine erhalten die Besatzungsverwaltungen mehr Machtbefugnisse. Für den Westen kann es nur eine Option geben: Die Ukraine muss den Krieg gewinnen und das Putin-Regime muss fallen. Das gelingt nur durch massive militärische Hilfe und Sanktionen, unter denen wir selbst leiden. Doch wer klar sieht, versteht: Alles andere wäre viel teurer. Wenn die Weltgemeinschaft entschlossen handelt, um den Rechtsbrecher zu neutralisieren, dann besteht eine gute Chance, zu den früheren friedlichen Zeiten zurückzukehren.

Europa darf sich nicht spalten lassen

Zehn Millionen Menschen in der Ukraine waren gestern ohne Strom. Die russischen Luftangriffe gegen die Ukraine sollen zerstören und gehen unvermindert weiter. Putins Strategie und perfiden Handlungsweisen um den Westen zu täuschen sind zwar offensichtlich, doch scheinen die Hände gegen den Autokraten gebunden. Wie der Westen mit der hybriden Kriegsführung des russischen Autokraten Putin umgehen sollte, analysiert der ukrainische Publizist Petro Burkovskiy.

Nikita Afanasyev

Washington Post: Warum die amerikanischen Wähler für Ukraine entscheidend sind

Die Washington Post geht der Frage nach, ob eine mögliche Machtverschiebung zugunsten der Republikaner nach den Kongresswahlen am 8. November die Ukrainepolitik der Vereinigten Staaten grundlegend verändern könnte. Die US amerikanische Führung motiviert die europäischen Staaten, trotz Wirtschafts- und Energiekrise, die Ukraine zu unterstützen. Fazit der Post: Hielten sich die USA zurück, verlöre die Ukraine nicht nur denjenigen Unterstützer, der die größten Geldsummen bereitstellt, sondern auch den Schlussstein der westlichen Solidarität. Dies könnte den sich bislang die Zähne ausbeißenden russischen Aggressor unerwartet in eine Vorteilsposition bringen.

Economist: Bedrohungsszenarien für die ukrainische Infrastruktur

Der britische Economist analysiert die russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur in der Ukraine. Ukrainische Energieunternehmer gehen davon aus, dass das russische Militär von Energieexperten beraten wird, da es in der Beschädigung des Stromnetzes methodisch vorgeht, indem es die anfälligen Umspannwerke attackiert, um die Lastverteilung zu verhindern. Mehr als 30 % der ukrainischen Energieinfrastruktur sollen beschädigt worden sein, was in Zeiten hoher Stromnachfrage zu einem Blackout führen kann. Das Abwasser- und Heizungssystem könnten im Falle eines abrupten Blackouts beschädigt werden, ebenso wie Maschinen für energieintensive Produktionen (etwa das Stahlwerk in Krywyj Rih). Des Ukraine benötigt dringend Ausrüstung, um solchen Bedrohungsszenarien entgegenzuwirken, z.B. Transformatoren. Letztere können nur von wenigen europäischen Ländern bereitgestellt werden.

Augen auf und durch

Auch wenn das Entsetzen über Russlands Aggression gegen die Ukraine zunächst groß war, mehren sich nun die Stimmen, man solle Putin eine gesichtswahrende Ausstiegsmöglichkeit geben, da die Ukraine den Krieg ohnehin nicht gewinnen könne und die Sanktionen gegen Russland mehr Schaden als Nutzen brächten. Jedoch sind die Kosten des Nichtstuns deutlich größer und wenn der Westen den autokratischen Aggressor gewähren lässt, vermittelt er ein Signal der Schwäche an andere völkerrechtsbrechende Diktaturen. Lesen Sie, warum eine entschlossene und ausdauernde Unterstützung der Ukraine die einzige Option ist, das Putin-Regime zu Fall zu bringen und noch höhere Kosten zu verhindern.

NATO verstärkt Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung

Nach den neuen russischen Luftangriffen auf zivile Ziele und kritische Infrastruktur in der Ukraine trafen sich die Verteidigungsminister der NATO in Brüssel. Prioritär ging es bei diesem Treffen um die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung, aber auch um den Mangel an Luftabwehrsystemen in den NATO-Staaten. Doch war es auch eine Demonstration von Einheit und Solidarität als Reaktion auf Putins Versuch, durch Atomdrohungen Zwietracht zu säen.

Nahrungsmittelindustrie der Ukraine: Eine Lebensader unter Druck

Die ukrainische Wirtschaft leidet schwer unter dem russischen Angriffskrieg. Das ist auch nicht weiter verwunderlich – denn seit über zweihundert Tagen wütet der Krieg und vernichtet damit auch die Lebensgrundlage der Ukrainerinnen und Ukrainer. Über das gesamte Ausmaß der materiellen und wirtschaftlichen Schäden kann man bislang nur Vermutungen anstellen. Eine erste Einschätzung ermöglicht nun eine Umfrage des ukrainischen Wirtschaftsverbandes European Business Association.

Oberleutnant Julia Mykytenko: „Jetzt weigert man sich nicht mehr, unter meinem Kommando zu stehen, nur weil ich eine Frau bin“

Julia Mykytenko trat 2016 zusammen mit ihrem Ehemann in den Dienst der ukrainischen Streitkräfte ein. Von einer „Frauen“-Arbeit im Stab gelang es ihr, auf die Nationale Petro-Sahajdatschnyj-Akademie des Heeres zu gehen und als Kampfoffizierin an die Front zurückzukehren. Nach dem Tod ihres Mannes im Februar 2018 arbeitete sie am Kiewer Militärlyzeum. Im Sonderprojekt „Die Unbeugsamen“ spricht Mykytenko darüber, wie sich die ukrainische Armee veränderte und wie wichtig es ist, an seinem eigenen Platz zu sein.

Zeitenwende in der Sicherheitsarchitektur Europas?

Der Krieg in der Ukraine fordert Politik und Gesellschaft auf, die nationale, europäische und die transatlantische Außen- und Sicherheitspolitik neu zu überdenken und zu bauen. Wie kann die Zeitenwende in der Sicherheitsarchitektur Europas konkret aussehen? Muss sich der Westen neu erfinden? Über diese und weitere Fragen diskutiert die Friedrich-Naumann-Stiftung morgen zusammen mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Matthias Hartwig in der Veranstaltung „Zeitenwende in der Sicherheitsarchitektur Europas?“.

Bildung gegen den Krieg

Jewhenija Tatarowa, die Direktorin des Kiewer Büros der Weiterbildungsschule für Englischlehrer, wurde zu Beginn des Krieges zum zweiten Mal zur Vertriebenen. Um unseren Sieg näher zu bringen, hielt sie ein mehrstündiges Seminar mit Englischlehrern ab, das 4.000 US-Dollar einbrachte. Die gesammelten Spenden übergab sie an die Serhij Prytula Stiftung für das ukrainische Militär. Im Projekt „Die Unbeugsamen“ erzählt Jewhenija Tatarowa darüber, wie man während des Krieges neue Bedeutungen findet und wie die englische Sprache der Armee hilft.

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