Augen auf und durch

Durch das verhängen des Kriegsrechts in den vier illegal annektierten Gebieten in der Ostukraine erhalten die Besatzungsverwaltungen mehr Machtbefugnisse. Für den Westen kann es nur eine Option geben: Die Ukraine muss den Krieg gewinnen und das Putin-Regime muss fallen. Das gelingt nur durch massive militärische Hilfe und Sanktionen, unter denen wir selbst leiden. Doch wer klar sieht, versteht: Alles andere wäre viel teurer. Wenn die Weltgemeinschaft entschlossen handelt, um den Rechtsbrecher zu neutralisieren, dann besteht eine gute Chance, zu den früheren friedlichen Zeiten zurückzukehren.

Europa darf sich nicht spalten lassen

Zehn Millionen Menschen in der Ukraine waren gestern ohne Strom. Die russischen Luftangriffe gegen die Ukraine sollen zerstören und gehen unvermindert weiter. Putins Strategie und perfiden Handlungsweisen um den Westen zu täuschen sind zwar offensichtlich, doch scheinen die Hände gegen den Autokraten gebunden. Wie der Westen mit der hybriden Kriegsführung des russischen Autokraten Putin umgehen sollte, analysiert der ukrainische Publizist Petro Burkovskiy.

Nikita Afanasyev

The Economist: Wendet sich die russische Elite von Putin ab?

In einer neuen Economist-Analyse werden Anzeichen dafür identifiziert, dass Putins Machtfundament bröckelt, da seine Präsidentschaft von den Eliten nicht mehr als Stabilitätsgarant für die oligarchischen Machtverhältnisse angesehen wird. Die Niederlagen der russischen Armee an der Front und die Annexion der ostukrainischen Gebiete, die militärisch noch nicht einmal kontrolliert werden, lassen für die Eliten ein Szenario wahrscheinlicher werden, in welchem man sie nach Machtwechsel bestraft. Macht das einen Sturz des putinschen Systems wahrscheinlich?

Nikita Afanasyev

CNN: Die Rolle von Belarus zu Beginn des Krieges

Ein interessanter Investigativbericht von CNN über die Rolle von Belarus zu Kriegsbeginn – der Bereitstellung medizinischer Hilfe für russische Soldaten. Es wird berichtet, wie die belarussischen Staatsorgane die große Zahl an verwundeten russischen Soldaten zu verschleiern versuchten und Aktivitäten, die darauf ausgerichtet waren, diese Desinformation zu enttarnen, unter Strafe stellten. Interessant ist der Fall eines belarussischen Arztes, der zu den zwangsmobilisierten medizinischen Kräften gehörte. Unter für ihn höchst riskanten Umständen machte er Kopien von den Röntgenaufnahmen der verwundeten Soldaten sowie ihrer Identitäten, um die Öffentlichkeit über die wahren Verhältnisse aufzuklären.

Nikita Afanasyev

Washington Post: Warum die amerikanischen Wähler für Ukraine entscheidend sind

Die Washington Post geht der Frage nach, ob eine mögliche Machtverschiebung zugunsten der Republikaner nach den Kongresswahlen am 8. November die Ukrainepolitik der Vereinigten Staaten grundlegend verändern könnte. Die US amerikanische Führung motiviert die europäischen Staaten, trotz Wirtschafts- und Energiekrise, die Ukraine zu unterstützen. Fazit der Post: Hielten sich die USA zurück, verlöre die Ukraine nicht nur denjenigen Unterstützer, der die größten Geldsummen bereitstellt, sondern auch den Schlussstein der westlichen Solidarität. Dies könnte den sich bislang die Zähne ausbeißenden russischen Aggressor unerwartet in eine Vorteilsposition bringen.

Economist: Bedrohungsszenarien für die ukrainische Infrastruktur

Der britische Economist analysiert die russischen Angriffe auf die zivile Infrastruktur in der Ukraine. Ukrainische Energieunternehmer gehen davon aus, dass das russische Militär von Energieexperten beraten wird, da es in der Beschädigung des Stromnetzes methodisch vorgeht, indem es die anfälligen Umspannwerke attackiert, um die Lastverteilung zu verhindern. Mehr als 30 % der ukrainischen Energieinfrastruktur sollen beschädigt worden sein, was in Zeiten hoher Stromnachfrage zu einem Blackout führen kann. Das Abwasser- und Heizungssystem könnten im Falle eines abrupten Blackouts beschädigt werden, ebenso wie Maschinen für energieintensive Produktionen (etwa das Stahlwerk in Krywyj Rih). Des Ukraine benötigt dringend Ausrüstung, um solchen Bedrohungsszenarien entgegenzuwirken, z.B. Transformatoren. Letztere können nur von wenigen europäischen Ländern bereitgestellt werden.

NZZ: Was sind taktische Atomwaffen?

Die NZZ analysiert am Wochenende die erneuten nuklearen Drohgebärden aus Moskau. Was sind überhaupt taktische Atomwaffen und wie sehen mögliche Szenarien aus? Drei Einsatzmöglichkeiten werden skizziert: Warnschuss auf ein unbewohntes Gebiet, z.B. über dem Schwarzen Meer; Einsatz an der Front, wobei dies militärstrategisch wenig brächte, da es keine lokal stark konzentrierten ukrainischen Truppenansammlungen gibt und die Front nahe an von Moskau als russisch proklamierten Gebieten liegt; Einsatz außerhalb des Kriegsgebiets an einem bewohnten Ort, wobei dies Russland stark isolieren würde.

Augen auf und durch

Auch wenn das Entsetzen über Russlands Aggression gegen die Ukraine zunächst groß war, mehren sich nun die Stimmen, man solle Putin eine gesichtswahrende Ausstiegsmöglichkeit geben, da die Ukraine den Krieg ohnehin nicht gewinnen könne und die Sanktionen gegen Russland mehr Schaden als Nutzen brächten. Jedoch sind die Kosten des Nichtstuns deutlich größer und wenn der Westen den autokratischen Aggressor gewähren lässt, vermittelt er ein Signal der Schwäche an andere völkerrechtsbrechende Diktaturen. Lesen Sie, warum eine entschlossene und ausdauernde Unterstützung der Ukraine die einzige Option ist, das Putin-Regime zu Fall zu bringen und noch höhere Kosten zu verhindern.

Maximilian Luz Reinhardt

Russlands Ressourcenproblem: Die Revolution frisst ihre Kinder

Russlands Außenhandel war von Rohstoffexporten dominiert. Die Erlöse dieser Geschäfte flossen hauptsächlich in die Hände der Oligarchen und der Günstlinge des Kremls. Nun könnte der sogenannte Ressourcenfluch aber zum Kollaps des wirtschaftlichen Systems führen – und damit auch zum Ende der Kreml-Elite. Das bislang von Geld und Vetternwirtschaft zusammengehaltene politische Banditensystem Russlands zeigt zunehmend Risse.

Oberleutnant Julia Mykytenko: „Jetzt weigert man sich nicht mehr, unter meinem Kommando zu stehen, nur weil ich eine Frau bin“

Julia Mykytenko trat 2016 zusammen mit ihrem Ehemann in den Dienst der ukrainischen Streitkräfte ein. Von einer „Frauen“-Arbeit im Stab gelang es ihr, auf die Nationale Petro-Sahajdatschnyj-Akademie des Heeres zu gehen und als Kampfoffizierin an die Front zurückzukehren. Nach dem Tod ihres Mannes im Februar 2018 arbeitete sie am Kiewer Militärlyzeum. Im Sonderprojekt „Die Unbeugsamen“ spricht Mykytenko darüber, wie sich die ukrainische Armee veränderte und wie wichtig es ist, an seinem eigenen Platz zu sein.

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